Dr. Dominik Streit, der die Weilheimer SPD sieben Jahre lang führte, trat wegen seines Wegzugs nach Peiting nicht mehr als Ortsvorsitzender an. Der stellvertretende Kreisvorsitzende, Harald Mansi, dankte Streit in seiner Rede für “2568 Tage zuverlässige Arbeit” im Ortsverein und für die zahlreichen politischen Initiativen für Weilheim, nicht nur in gemeinsamen Wahlkämpfen. Besonderen Applaus erhielt Streit für seinen engagierten Einsatz gegen Rechts im Landkreis.
Als Streits Nachfolger kandidierte Felix Henkel. Der 41-jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er zog mit seiner Familie vor zwei Jahren nach Weilheim. Henkel stammt aus Puchheim-Ort und ist seit 25 Jahren in der SPD engagiert. Der Politikwissenschaftler arbeitet bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, für die er bereits an verschiedenen Standorten im In- und Ausland eingesetzt war - neben Berlin zuletzt als Büroleiter in Abuja (Nigeria) und in Sarajewo (Bosnien und Herzegowina). Im Moment leitet Henkel kommissarisch die Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern. In Weilheim engagiert er sich im Elternbeirat der Hardtschule.
Henkel verband seine Kandidatur mit der Bedingung, den Vorstand zu verkleinern und die Abläufe im Ortsverein zu verändern. Er schlug eine “Struktur mit kurzen Wegen” vor. Die Posten der Beisitzer würden gestrichen und stattdessen ein Kernteam aus vier Personen gebildet, das den Ortsverein führt. An die Stelle regelmäßiger Vorstandssitzungen sollten partei-offene Stammtische und Teams treten, in denen sich interessierte Genossinnen und Genossen mit Nicht-Mitgliedern zu politischen Herausforderungen in Weilheim, etwa im Bereich der Stadtentwicklung, austauschen. Teams, die zunächst nur aus Mitgliedern bestehen, sollen Verfahrensfragen wie die digitale Kommunikation und die Mitgliederbetreuung weiterentwickeln. Stammtische zum informellen Miteinander würden im Wechsel mit Mitgliederversammlungen mit fester Tagesordnung stattfinden.
Die anwesenden Genossinnen und Genossen fanden das Konzept überzeugend, Henkel wurde mit 22 von 25 Stimmen bei zwei Enthaltungen zum Vorsitzenden für zwei Jahre gewählt. Seine Stellvertreterinnen sind Ingeborg Bias-Putzier, die als Integrationslotsin bei der Diakonie Herzogsägmühle arbeitet. “Integration geht uns alle an”, sagte Bias-Putzier, die “das ewige Wachstum in Frage” stellt und sich für eine nachhaltige, regionale Entwicklung einsetzen möchte. Die zweite Stellvertreterin, Marie-Luise Barthel, ist überzeugte Feministin. Die 22-jährige engagiert sich u.a. als Vorsitzende der Jusos Weilheim-Schongau, besonders für die Teilhabe junger Menschen vor Ort. In ihren Ämtern bestätigt wurden Fabian Stein (Kassier), Sabine Bentenrieder als Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) sowie Fritz Bentenrieder als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft 60 Plus.